Harald Fidler - Österreichs manischer Medienmacher - Die Welt des Wolfgang Fellner
09.09.22, 07:16 | Harald Fidler

"Kurzweilig, fundiert"

Wolfgang Fellner, Hardcover, als kurzweilige Medienstory

Harald Fidler porträtiert in einem neuen Buch Wolfgang Fellner: fast 300 Seiten Medienzeitgeschichte und Anekdoten. Amüsant.

Es sei, so deutet Standard-Redakteur Harald Fidler im Vorwort an, nicht leicht gewesen, ein “möglichst wahrheitsgetreues Buch über Wolfgang Fellner zu schreiben”, weil dieser “so lange von seinen Erfolgen spricht, bis die Welt oder zumindest weite Teile davon daran glauben”. Auf 270 Seiten versucht Fidler es in Österreichs manischer Medienmacher (Verlag Styria) dennoch – mit dem, “was die Medienjuristen übrig ließen”.

Und das ist ein kurzweiliger, fundierter Befund zur Entstehung des “Fellnerismus” – von den im “Rennbahn Express” verwirklichten Teenie-Träumen über “Basta”, die Gründung von “News” bis zu Fellners vollmundiger Ansage “Ich habe einen Traum. Österreich wird neu” und dem daraus resultierenden Hybriden aus Boulevard-/Gratisblatt. Fidler mischt Hintergründiges geschickt mit Pointen, erinnert an längst Vergessenes, etwa dass Fellner der Erste war, der dem “Rennbahn Express” eine Schallfolie (für den Plattenspieler) beilegte – ein Marketingtool, auf das er später gern zurückgriff.

“Fellner hat die österreichische Medienlandschaft stark beeinflusst. Seine innovativen Ansätze haben verändert”, sagt Medienberater Michael Grabner über Fellner, der ihn laut Fidler seit seiner kurzen Episode in der “Kurier”-Geschäftsführung als “Chef” bezeichnet. Oliver Voigt (er führt heute die News-Gruppe) hält 300 Seiten Fellnerei übrigens für nicht verwunderlich: “Wolfgang Fellner ist ein farbenvoller Medienmacher in diesem Land. Und zwar einer mit sehr vielen, verschiedensten Facetten.” i. w.

“Außergewöhnlich viel erreicht”, publizistisch “verheerende Zwischenbilanz”

“Wolfgang Fellner kann man nicht eindimensional begreifen. Als Entrepreneur hat er außergewöhnlich viel erreicht, auch wenn nicht alles gelungen ist. Seine publizistische Zwischenbilanz ist dagegen verheerend: Er hat entscheidend dazu beigetragen, das Land publizistisch zu verwüsten, auch wenn nicht alles misslungen war und ist.”

Horst Pirker, Präsident des VÖZ und Vorstandsvorsitzender der Styria Media Group

Isabella Wallnöfer, Die Presse, 22. September 2009

Harald Fidler c/o Autorengemeinschaft Fidler/Merkle · Maria-Theresien-Straße 30/18 · 1010 Wien · Österreich · E-Mail fid@diemedien.at · Autor des Medienlexikons „Österreichs Medienwelt von A bis Z“ · Website by Qarante